Herrenhäuser Gärten

Herrenhäuser Gärten

Die Königlichen Gärten in Hannover-Herrenhausen gehören zu den schönsten Parkanlagen Europas. Seit über 300 Jahren stehen sie für vollendete Gartenkunst und ziehen jährlich über 600.000 Besucher aus aller Welt an. Zusammen mit den KunstFestSpielen – einem herausragenden Programm aus Musik, Theater und Kunst – haben sie sich zu einem Zentrum der Gartenkunst, Kultur und Wissenschaft entwickelt.

Die Königlichen Gärten gehören zu den schönsten Parkanlagen Europas.

Prachtvoll

Entstanden aus einem höfischen Lustgarten, den Kurfürstin Sophie von 1676 bis 1714 ausbauen ließ („Der Garten ist mein Leben“ hat sie einmal bekannt), bergen die königlichen Gärten heute auf 135 Hektar eine Fülle von Kostbarkeiten: das zierliche grüne Rokokogärtchen etwa, die Knotenbeete der Renaissance, das historische Heckentheater in Grün und Gold, eine der höchsten Gartenfontänen und eine der größten Orchideen-sammlungen – all das macht die einstige Sommerresidenz der Welfen zu einem magischen Ort, der noch heute ein fürstliches Lebensgefühl vermittelt.

Der Große Garten lädt als fast unverändertes Beispiel eines barocken Gartens mit formalem Grundriss, prächtigem Parterre, sprudelnden Kaskaden und Fontänen zum Lustwandeln ein. Das Schloss, einstige Sommerresidenz der Welfen, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Wiedererrichtet als Tagungszentrum und Museum gibt es den Herrenhäuser Gärten ihren architektonischen Bezugspunkt zurück. Vom glanzvollen Leben bei Hofe zeugen auch das Galeriegebäude mit seinem freskengeschmückten Festsaal und das einzigartige historische Heckentheater. Es wurde 2021 auf seinen ursprünglichen Zustand von 1690 zurückgebaut.

Eine faszinierende Zutat der Moderne ist die von Niki de Saint Phalle gestaltete Grotte: Mit Figuren, Glasmosaiken und Kieselsteinen schuf die französische Künstlerin ein begehbares Kunstwerk, das Glück und Lebensfreude ausstrahlt.

Für Garten- und Pflanzenliebhaber gibt es im Berggarten viel zu entdecken. Unzählige heimische und exotische Pflanzen gedeihen in diesem botanischen Garten, der unter anderem eine der größten Orchideensammlungen der Welt beherbergt.

Naturnah gestaltete, abwechslungsreiche Bereiche wie die Prärie, der Staudengrund oder das Paradies laden rund ums Gartenjahr zum Spazierengehen und Genießen ein. Blühende Magnolien und Rhododendren im Frühjahr, Präriestauden und Gräser im Spätsommer oder der Moorweiher im Winter sind nur einige Beispiele für die vielen schönen Seiten des Berggartens. In seinen Schauhäusern sind stets bis zu 800 blühende Orchideen und Pflanzen aus aller Welt ausgestellt. Seit 300 Jahren führt eine Lindenallee zum Mausoleum des Königlichen Hauses von Hannover. Kurfürstin Sophie, König Georg I. von Großbritannien und viele ihrer Nachfahren fanden hier ihre letzte Ruhestätte.

Im Georgengarten mit seinen idyllischen Landschaftsbildern aus Rasenflächen, stillen Weihern und dekorativen Brücken lohnt sich ein Spaziergang zum Wilhelm Busch Dt. Museum für Karikatur und Zeichenkunst.

Seit mehr als 300 Jahren sind die Herrenhäuser Gärten die beeindruckende Bühne für glanzvolle Feste. Das ganze Jahr über finden klassische Konzerte und vielerlei Aufführungen im wunderschönen Galeriegebäude und in der Orangerie statt. Ab Mai verwandeln sich die Herrenhäuser Gärten in einen grünen Festsaal. Geschmückt mit fast 60.000 Sommerblumen und 1.000 Kübelpflanzen laden sie zum Besuch vielfältiger Veranstaltungen wie den KunstFestSpielen Herrenhausen, dem Internationalen Feuerwerkswettbewerb, dem Kleinen Fest im Großen Garten oder Aufführungen im historischen Heckentheater ein. Sehr stimmungsvoll sind auch die abendlichen Illuminationen im Großen Garten.

Veranstaltungshöhepunkte im Sommer:
KunstFestSpiele Herrenhausen – Mai (durch Corona kleine Version im September)
♦ Gartenfestival – Pfingsten (durch Corona dieses Mal im August)
♦ Internationaler Feuerwerkswettbewerb – Mai bis September (entfällt durch Corona)
♦ Kleines Fest im Großen Garten – Juli (dieses Jahr anderes Format)
♦ Sommernächte im Gartentheater – August

Besucherinformationen

Öffnungszeiten Großer Garten/Berggarten:
täglich ab 9 Uhr, Mai bis August bis 20 Uhr, sonst bis Einbruch der Dunkelheit geöffnet.
In der Wintersaison und vor Veranstaltungen sind die Öffnungszeiten zeitweise eingeschränkt.
Der Georgengarten ist als öffentlicher Park jederzeit frei zugänglich.

Öffnungszeiten Museum:
Sommersaison* 11 bis 18 Uhr (Mo.-So.), Wintersaison* 11 bis 16 Uhr (Do.-So.)

Wasserspiele:
In der Sommersaison täglich 10-12 Uhr und 15-17 Uhr bzw. Sa/So/Feiertage 10-12 Uhr und 14-17 Uhr

Die Herrenhäuser Gärten sind nahezu, das Museum Schloss Herrenhausen ist vollständig barrierefrei.
Im Großen Garten, im Berggarten und im Museum sind Hunde und Fahrräder leider nicht willkommen. Picknick ist auf ausgewiesenen Flächen möglich.

* Sommersaison: 1. April bis 31. Oktober, Wintersaison: 1. November bis 31. März

 

Sehenswertes & Wissenswertes

Die Herrenhäuser Gärten

  • Großer Garten, Berggarten, Georgengarten und Welfengarten (heute Leibniz Universität Hannover)
  • Fläche: 135 Hektar
  • im Besitz der Landeshauptstadt Hannover seit 1936
  • Kübelpflanzen: ca. 1.000 Exemplare, darunter die älteste, bis zu 10 Meter hohe und bis zu 4 Tonnen schwere Palmen
  • Pflege/Verwaltung: Sowohl im Großen Garten als auch im Berggarten sind jeweils ca. 45 Gärtner angestellt, plus vier Elektriker für Licht und Wasser und ca. 30 Mitarbeitern in den Bereichen Verwaltung, Veranstaltungen und Vermietung, Shops, Besucherservice

Der Große Garten

  • Länge 800 Meter, Breite 450 Meter, Fläche 36 Hektar, einschließlich Graft und Wall 50 Hektar
  • Entstehung ab 1666, Ausbau in seiner heutigen Form 1676 bis 1714
  • 32 Sandsteinfiguren im Großen Parterre
  • insgesamt etwa 20 Kilometer Hainbuchen-Hecken, Höhe ca. 3,50 Meter
  • insgesamt etwa 15 Kilometer Buchsbaum-Hecken
  • 650 kastenförmig geschnittene Linden
  • Wechselbepflanzung in den Schmuckbeeten: je ca. 60.000 Sommerblumen bzw. Frühjahrsblüher

Markante Gebäude/Architektur/Wasserspiele:

Schloss Herrenhausen
ab 1666 errichtet, Fassade in ihrer heutigen Form 1819 von Hofbaumeister Georg Ludwig Laves, im Zweiten Weltkrieg zerstört, wieder errichtet von der VolkswagenStiftung und 2013 eröffnet als Tagungszentrum und Museum

Galerie
1694 bis 1698 von Brand Westermann nach Entwürfen von Johann Peter Wachter errichtet, zunächst als Orangerie gedacht, dann umgewidmet mit Festsaal und Wohnräumen. Fresken: Tommaso Giusti, Stuckaturen und Bandornament: Dossa Grana und Pietro Rosso

Orangerie
1723 für die Kübelpflanzensammlung errichtet, Fassade aus dem 19. Jahrhundert, seit Anfang der 1970er Jahre Veranstaltungszentrum

Arne-Jacobsen-Foyer
1966 zum 300. Geburtstag des Großen Gartens vom dänischen Architekten Arne Jacobsen entworfen, Laubengang von 1862

Goldenes Tor

vermutlich aus dem 17. Jahrhundert, nach 1938 vergoldet und an der Schwelle zum Orangenparterre eingesetzt

Gartentheater
1689 bis 1692 als erstes Boskett- oder Heckentheater in Europa errichtet, Kulissen aus Taxuspyramiden und Hainbuchenhecken, 17 erhaltene vergoldete Bleifiguren, Amphitheater für bis zu 1.000 Zuschauer

Grotte
errichtet 1676 zur Entspannung und Abkühlung der höfischen Gesellschaft, später verfallen, 2001 bis 2003 ausgestaltet von Niki de Saint Phalle

Große Kaskade
zusammen mit der Grotte das älteste Bauwerk im Großen Garten (1676)

Tempel von Remy de la Fosse
Gartenpavillons im Süden, Anfang des 18. Jahrhunderts von Hofarchitekt Louis Remy de la Fosse erbaut

Große Fontäne

1721 in Betrieb genommen, gespeist mit Leinewasser über die „Wasserkunst“, seit 1956 motorbetrieben. Höhe bis zu 72 Meter, Becken 50 Meter im Durchmesser, pro Sekunde zirkulieren 140 Liter Wasser, pro Stunde eine halbe Million Liter

Illumination/Wasserspiele
 
30 Wasserbecken mit 283 Düsen, 406 Unterwasserscheinwerfern und 615 Leuchten. Die Glockenfontäne wurde 1936 errichtet, mit 164 Strahlen.

 

Der Berggarten

  • ab 1704 zunächst als Maulbeerplantage angelegt
  • Fläche: 12 Hektar
  • über 12.000 verschiedene Pflanzenarten
  • Bedeutendste Sammlung: Orchideen mit 3.000 Arten aus 320 Gattungen sowie 1.000 Sorten und Hybriden

 Markante Gebäude/Architektur:

Bibliothekspavillon
1817 bis 1820 von Hofbaumeister Georg Ludwig Friedrich Laves gebaut, ursprünglich als Gärtnerwohnung und Belvedere, heute Verwaltungssitz der Herrenhäuser Gärten

Schauhäuser
 
für Kakteen (1958), Wüstenpflanzen (1996/97), tropische Pflanzen (1958), Orchideen (1958) und mediterrane Pflanzen (Kanarenschauhaus, 1984), Fläche ca. 1.300 Quadratmeter

Mausoleum
errichtet 1842 bis 1847 von hofbaumeister Laves als Grabstätte für Königin Friederike und König Ernst August, nach wie vor als Familiengrabstätte im Besitz der Welfen [House of Hanover] und nicht öffentlich zugänglich.

Sea Life Hannover
Das Gebäude entstand 2000 als Regenwaldhaus an der Stelle eines historischen Palmenhauses und beherbergt heute ein Sea Life Aquarium mit tropischer Pflanzenwelt

Der Georgengarten

  • im 19. Jahrhundert von Hofgarteninspektor Christian Schaumburg aus Landsitzen umgestaltete Anlage im Stil eines Landschaftsgartens
  • 56 Hektar
  • benannt nach Hannovers und Englands König Georg IV.
  • vierreihige Lindenallee von 2 Kilometer Länge

 
Markante Gebäude/Architektur:

Georgenpalais
mit Palaisgarten, auch Wallmoden-Palais genannt, zwischen 1779 und 1782 für den Reichsgrafen Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn errichtetes Palais, heute Sitz des Wilhelm Busch Deutschen Museums für Karikatur und Zeichenkunst

Leibniztempel
Zu Ehren von Gottfried Wilhelm Leibniz 1790 errichtetes Denkmal, zunächst auf dem heutigen Waterlooplatz, das erste Denkmal in Deutschland für eine nichtadelige Person, seit 1935 im Georgengarten, die Original-Büste ist im Museum Schloss Herrenhausen ausgestellt.

Der Welfengarten

  • gehörte auch zum Ensemble der Herrenhäuser Gärten
  • 1859/60 von Christian Schaumburg in einen Landschaftsgarten umgestaltet
  • heute Gelände der Leibniz Universität Hannover (Land Niedersachsen) mit dem Welfenschloss

Museum Schloss Herrenhausen

Im Museum Schloss Herrenhausen lernen die Besucher den barocken Fürstenstaat der Welfen und die wichtigsten Persönlichkeiten der Epoche kennen, darunter den Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz und Kurfürstin Sophie. Wie in einer fürstlichen Kunst- und Wunderkammer sind kostbare Exponate – Zeugnisse barocker Hof- und Alltagskultur – zu erleben. Wechselausstellungen im Westflügel stellen unter anderem die Entwicklung der Schlösser und Gärten bis in unsere Zeit hinein vor. Führungen durch das für Kunst-, Geschichts- und Gartenfreunde gleichermaßen spannende Museum sind jederzeit individuell mit einem Audioguide möglich.

Das Museum Schloss Herrenhausen – gefördert durch das Land Niedersachsen – ist eine Dependance des Historischen Museums Hannover.  

Alle Bilder, Texte und Video mit freundlicher Genehmigung der Herrenhäuser Gärten.